Gozo 1998 – Xlendi Bay

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(20.6. – 27.6.1998)

Nachdem Gozo für mich im Vorjahr eine Premiere war und dabei eigentlich alles bis ins letzte Detail funktioniert hat, gab es heuer mit leicht veränderter Teilnehmerbesetzung (meine Person, Franz, Markus, Claudia, Gerhard, Alexander) eine Neuauflage. Die Abwicklung mit dem Reisebüro hat diesmal jedoch Franz übernommen.

Gebucht hatten wir neben dem Flug ein Dreizimmer Appartment, zwei Jeeps, sowie Non Limit Tauchen vom Strand.

20.06. Die Anreise

Abflug mit 1 Stunde Verspätung, die Maschine voll. Vor dem Einsteigen haben wir noch gescherzt ob die Maschine überhaupt soviele Reihen (Sitze in Reihe 23) hat – es stellte sich heraus, daß es genau 23 Reihen gab.

Im Gegensatz zum Vorjahr erhielten wir diesmal (auf eigenem Wunsch) die Leihautos bereits am Flughafen. Die Übernahme der Leihautos erfolgte dabei genauso formlos wie im Vorjahr. Verbale Bestätigung – ja wir sind die Gruppe, Erhalt der Schlüssel, Bekanntgabe wo wir unseren Appartmentschlüssel erhalten, einladen des Gepäcks und Abfahrt Richtung Fähre.

Während wir nach der Fahrt durch Malta bei Marsa auf die Fähre warteten, konnten wir zwei Taucher beim Einstieg zum Nachttauchgang beobachten. Die Betonung liegt dabei wohl wirklich auf Nachttauchen – unsere Notlampen gaben mehr Licht.

Auch die Übernahme der Appartmentschlüssel war absolut formlos. Kein Ausweis, kein Voucher, kein gar nichts. Einzi Franz hatte Probleme mit den Schlüsseln. Nachdem er bereits beim Aufsperreen der Haustüre Probleme mit einem leicht eckenden Schloß hatte, fand er bei den Appartments kein passendes Schloß. Dachte er – mit dem zweiten Schlüssel am Schlüsselbund konnte ich das erste Schloß, welches ich versuchte, problemlos aufsperren. Dafür kam Franz drei Tage nicht mehr von der Schaufel herunter.

Sa. 21.6.

Als Tauchbasis hatten wir auch für dieses Jahr St Andrew’s Divers Cove in Xlendi gewählt. Im Vorjahr waren wir über die Abwicklung angenehmst überrascht, womit uns für dieses Jahr die Wahl nicht schwer viel. Bereits unmittelbar nach den unvermeidlichen Formalitäten konnten wir mit unseren Tauchgängen beginnen.

Das Logbuch:

21.06.98
Xlendi Bay 85′ – 12,5m

Gewöhnungstauchgang direkt in der Bucht von Xlendi. Unser Fotograf Markus hat mich unter Wasser symbolisch erwürgt und erschossen. Ich habe ihm nicht gesagt, er soll unbedingt bereits beim ersten Tuchgang die Kamera mitnehmen.

Drei Sepias, davon eine schmusebedürftig, Drachenköpfe, Bortsenwürmer, Barakudaschule, ….

Mgarr Ix-Xini 86′ – 13,0m

Ähnlich gemütlich wie der Vormittagstauchgang. Eine flache lange Bucht mit Sandgrund, eingerahmt von steilen Felswänden mit jeden Mengen Nischen, sowie zwei kleinen Höhlen.

Jede Menge Stein- und Glattbutt, riesige Schraubensarbellen, Leuchtquallen (Vorsicht – wunderschön anzusehen, aber extrem stark nesselnd), in einer Grotte ein glatter Schlangenstern, ….

22.6.98
Inland Sea 61′ – 36,9m

Der Inland Sea ist im Prizip ein „Teich“, welcher durch einen Einschnitt im Fels mit dem offenen Wasser verbunden ist. Dabei kann dieser Einschnitt, obwohl nach oben geschlossen, auch von kleinen Booten befahren werden.

Vom Inland Sea durch Einschnitt zum offenen Wasser. Unterhalb der ersten Sprungschicht klares Wasser mit Sichtweiten von 30 – 35m. Entlang der außen liegenden Steilwand Richtung Azur Window.

Schirmschnecke, Babyoktopus, Gelbe Krabbe, Zackenbarschem ….

Anm: Der Tauchplatz verlockt – die Vernunft hat gesiegt.

Blue Hole 77′ – 7,3m

Abtauchen im Blue Hole mit der Suche nach dem Seepferdchen vom Vorjahr – Jedoch leider erfolglos. Der Weg zum Kamin war mit einer kleinen Unterwasserexkursion verbunden, da wir zu Beginn des Tauchgangs daran vorbeigeschwommen sind.

In der Grotte beim Blue Hole jede Menge Einsiedler, eine große Schnecke (?), große weiße Spirographen und weiße Steckmuscheln.

Anm: Immer die Fotografen – Aufstieg mit Markus am Oktopus – Aladin dreht wegen Luftwarnung durch.

Xlendi Bay 77′ – 7,3m

Die Bucht hat sich wieder einmal als ideales Nachttauchrevier bestätigt.

Meeraale, Oktopusse, Krabben, welche sich im Sand eingruben, eine winzige Sepia (2cm), ein noch kleinerer Oktopus (15mm), Muräne, Drachenkopf beim Fressen, Einsiedlerkrebse mit umfangreichen Tarnkappen (zwei Anemonen, Schwämme), ….

23.6.98
Xlendi Bay 90′ – 17,8m

Später Morgentauchgang nach noch späterem Frühstück. Eine zusätzliche Verzögerung ergab sich durch eine defekte Autobatterie. Unser Autovermieter hat jedoch noch während unseres Tauchganges Ersatz organisiert.

Diesmal zwar keine Highlights, dafür jede Menge im Detail. Oktopus, Drachenköpfe, kleinste Nacktschnecken, ….

Crokodile Rock 64′ – 38,1m

Crokodile Rock ist ein der Küste vorgelagerter Felsen mit einem Flachbereich (7m) zur Küste hin und einer nach außen liegenden Respekt einflösenden Steilwand. Die Wand verschwindet senkrecht im Blau. Allerdings kann man an dieser Wand abtauchend, den Grund bereits nach kurzem bei etwa 40m erkennen.

Mehrere Oktopusse, bei einem konnte Markus jedoch nur das Auge fotografieren – alles andere war für das Makro entschieden zu groß. Eine „Große Doris“ (Nacktschnecke mit 20cm), Zackenbarsche, ….

24.6.
Marfa – „Rozi“ Wracktauchgang auf der „Rozi“

„Rozi“ war ein 40m langer Hafenschlepper, der 1991 versenkt wurde. Leider wurde zuvor neben der Schraube auch die Maschine vollständig entfernt. Allerdings steht das Wrack selbst vollkommen intakt und aufrecht auf dem Grund.

Wer hat die (angenagelten) Füßlinge brauchen können (die waren im Vorjahr noch da).

Am Wrack jede Menge kleine Fische, ansonst eher ereignislos. Nette kleine Höhle am Rückweg. Leicht einsetzende Strömung.

Comino Caves 74′ – 14,4m

Nach längerer Wartezeit auf den Tauchlehrer zwecks Führung und Fischfütterung durch selbigen (er hat gefüttert die Fische gefüttert, nicht wir ihn). Nachdem er sich jedoch um eine Taucherin aus dem Rest der Truppe kümmern mußte (Druckausgleich) erkundeten wir den Tauchplatz selbst.

Mehrere große Grotten und teilweise weit ausladende Höhlen, welche auch ohne Lampen problemlos betaucht werden können.

Drachenkopf, Muräne (fast perfekt getarnt), Igelwurm, Leuchtquallen, ….

Anm: Nach Rückkunft kurze Unterhaltung über Briefing und Müllentsorgung unseres Guides.

Mgarr Ix-Xini 83′ – 9,8m

Dieser Tauchgang lässt sich einfach beschreiben – Nachttauchen in der Fischsuppe.

Vom Prinzip eine von Felswänden umgebene flache Bucht mit Sandboden – aber nur nicht täuschen lassen.

Himmelsgucker, Petermännchen, Oktopusse, Drachenköpfe, durchsichtige Anemone (Halcampoides), Brauner Seehase im Flug durch das Wasser, Steinkrabbe, Seepferdchen, Seespinne – Markus wird der Film zu kurz.

25.6.98
Double Arch 52′ – 36,9m

Double Arch ist ein der Abbruchkante vorgelagerter Felsen im Tiefenbereich von 20-38m und mit der Abbruchkante durch zwei übereinanderliegende Brücken verbunden. Wohl daher auch die Bezeichnung des Tauchplatzes. Die erwähnte Abbruchkante ist dabei ca 250m dem Ufer vorgelagert und fällt leicht hügelig, mit Seegras bewachsen, bis auf etwa 18m ab. Die einzige Navigationshilfe auf dieser Strecke ist dabei der Kompass.

Nachdem wir im Vorjahr hingetaucht sind, wählten wir diesmal jedoch das Schnorcheln (Luftvorrat, Nullzeit).

Abtauchen direkt am Double Arch. Mehrfache Umrundung und betauchen des Felsens auf mehreren Tiefenstufen. Außer jeder Menge Details keine Besonderheiten. Die Wirkung der Unterwassertopologie war trotz allem vorhanden.

Reqqa Point

Tauchrichtung zum Railway Tunnel. Entlang der Tauchrichtung Steilwand bis auf etwa 40m und danach weiter schräg abfallend. In der Steilwand jede Menge Nischen und kleine Überhänge.

Languste, Leuchtquallen, ….

Mit anderen Worten jede Menge Kleingetier.

Mgarr Ix-Xini 80′ – 10,2m

Nachttauchen in der Fischsuppe – Teil II. Jedoch wie immer bei Fortsetzungen – der erste Teil war etwas besser. Aber vielleicht waren wir auch nur etwas vewöhnt.

Trotz allem: Oktopusse in allen Größen und Farbenspielen, Stein- und Glattbutt, Muräne, Einsiedlerkrebse beim Ringkampf, Brauner Seehase, Sepia beim Nachtmahl, Garnelen, Seespinnen, ….

26.6.98
Railway Tunnel

Der Railway Tunnel, auch bekannt als Billingshurst Cave, ist eine Höhle, welche ca 60m in den Fels führt. Der Eingang liegt dabei zwischen 8 und 25m Wassertiefe. Nach hinten zu steigt die Höhle kontinuierlich an, um in einer luftgefüllten Kuppel zu enden. Der Name der Höhle läßt bereits erahnen, daß die Abmessungen enorm sind. Allerdings ist die Höhle selbst eher leer. Nachdem der Ausstieg bei der Höhle selbst nicht möglich ist entlang einer Steilwand zum Reqqa Point.

Einsiedlerkrebse, Bärenkrebs, ….

Am Ausstieg mehrere Quallen.

Zusammenfassung

Gozo wurde seinem Ruf als Perle des Mittelmeeres wieder einmal voll gerecht. Die Einfache Anreise, die unkomplizierte Art der Leute, einfach erreichbare Tauchplätze, die Tauchplätze selbst, sowie ein absolut vertretbarer Kostenrahmen machen Gozo zu einem idealen Ziel für einen kurzen Einstimmungsurlaub.

Insgesamt kann man bei einer Reise wie der unseren problemlos mit 10000 Schilling, einschließlich aller Nebenkosten, auskommen.

Am 24.7. geht es wieder ans Rote Meer – 15 Tage Schiff.

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